Aprilscherz sorgt für Ärger an Volksschule Meyernberg
BAYREUTH. Ein Aprilscherz hat an der Volksschule Bayreuth-Meyernberg für Aufregung gesorgt: Rund 50 Kinder, größtenteils ohne Eltern, standen am Mittwochnachmittag außerhalb der Unterrichtszeit vor der Schule, um an einer Art Verkaufsveranstaltung teilzunehmen, zu der über die Lautsprecher aufgerufen wurde.
Was über die Lautsprecher durchgesagt wird ist Ernst – das lernen Grundschulkinder schon in der ersten Klasse. „Das ernst zu nehmen ist wichtig, es könnte ja auch ein Feueralarm sein“, sagt ein Mitglied des Elternbeirats der Schule. Statt des Aufrufs, ruhig das Gebäude zu verlassen, wurde am Mittwoch über Lautsprecher jedoch eine Nachmittagsveranstaltung angekündigt: Um 14.30 Uhr könnten die Kinder in die Aula der Schule kommen, um einen magischen Stift, der die Hausaufgaben selber macht, für 10,50 Euro zu kaufen, berichtet die Mutter. Die ersten 25 Kinder bekämen den Stift umsonst, so die Ankündigung.
Ernst genommen haben diese Durchsage nicht nur viele Kinder, sondern auch die Klassenlehrerin, die die nachmittägliche Veranstaltung ins Hausaufgabenheft schreiben ließ. „Sie ist auch darauf hereingefallen“, so die Elternbeirätin. Am Nachmittag seien dann rund 50 Kinder zur Schule gekommen – laut der Mutter „drei oder vier mit ihren Eltern“ – und mit Süßigkeiten begrüßt worden. „Das war dann zumindest eine kleine Entschädigung.“ Für viele Eltern von Erstklässler war es damit aber nicht getan. „Viele fanden das Ganze nicht sehr lustig, vor allem weil es außerhalb der Unterrichtszeit war“, so eine weitere Mutter. Schließlich hätte auch etwas passieren können. Die Frage der Haftung bei einer solchen außerschulischen Veranstaltung sei unter den Eltern von Erstklässlern ebenso aufgekommen wie die Diskussion über die Notwendigkeit, „die Kinder in so unsicheren Zeiten nochmal wegen nichts zur Schule kommen zu lassen“. Die Mutter betont: „Was ist, wenn wieder eine Durchsage kommt, das nehmen die Kinder dann vielleicht gar nicht mehr ernst. Eine seriöse Institution wurde hier ad absurdum geführt.“ av
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